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Was darf dich ein Kunde kosten? So berechnest du deinen maximalen CPA

Boris Dittberner25. März 2026

Es gibt eine Frage, die ich jedem Kunden, jedem Kursteilnehmer und jedem Gründer stelle: "Was darf dich ein neuer Kunde kosten?" Die meisten können sie nicht beantworten. Und genau das ist das Problem.

Wer diese Zahl nicht kennt, kann nicht beurteilen, ob Marketing profitabel ist. Man schaut auf Impressions, Klicks und Likes — aber nicht auf die einzige Zahl, die wirklich zählt.

Warum diese Frage alles verändert

Stell dir vor, du weißt: "Jeder Kunde, den ich für unter 80 € gewinne, bringt mir Profit." Ab diesem Moment wird Marketing messbar. Du weißt sofort:

  • Ob eine Kampagne funktioniert oder nicht
  • Wie viel Budget du ausgeben kannst
  • Wann du skalieren solltest
  • Wann du stoppen musst

Das ist keine Magie — das ist Mathematik. Und die Grundprinzipien dieser Mathematik ändern sich nie, egal welche Plattform gerade trendet.

Die Formel: Maximaler CPA

Für Einmalkäufe

Max CPA = Durchschnittlicher Bestellwert × Marge

Beispiel:

  • Produkt kostet 200 €
  • Marge: 40%
  • Max CPA = 200 × 0,40 = 80 €

Du darfst also maximal 80 € ausgeben, um einen Kunden zu gewinnen, der für 200 € kauft. Bei 80 € bist du bei Break-Even — alles darunter ist Profit.

Für wiederkehrende Kunden (LTV-basiert)

Max CPA = LTV × Marge × Ziel-Profitabilität

Beispiel (SaaS):

  • Monatlicher Umsatz pro Kunde: 100 €
  • Durchschnittliche Kundendauer: 18 Monate
  • LTV = 1.800 €
  • Marge: 70%
  • Ziel-Profitabilität: 30% Profit soll übrig bleiben
  • Max CPA = 1.800 × 0,70 × (1 - 0,30) = 882 €

Du könntest also bis zu 882 € für einen Kunden ausgeben und wärst noch 30% profitabel. Das eröffnet komplett andere Möglichkeiten als wenn du nur den ersten Monat betrachtest.

Schritt für Schritt: Deine Zahl berechnen

Schritt 1: Durchschnittlichen Kundenwert kennen

Was gibt ein Kunde im Durchschnitt bei dir aus?

  • E-Commerce: AOV (Average Order Value)
  • SaaS: MRR × durchschnittliche Monate
  • Dienstleistung: Durchschnittlicher Auftragswert
  • Coaching: Paketpreis × Buchungsrate

Schritt 2: Marge berechnen

Was bleibt nach allen variablen Kosten übrig?

  • Einkaufspreis / Herstellungskosten abziehen
  • Versand- und Fulfillment-Kosten abziehen
  • Zahlungsgebühren abziehen (Stripe, PayPal: ~2-3%)
  • Retouren einkalkulieren

Schritt 3: Wiederholungskäufe einberechnen

Kaufen Kunden mehr als einmal? Dann ist dein LTV höher als der erste Kauf:

LTV = AOV × Kaufhäufigkeit pro Jahr × Kundendauer in Jahren

Schritt 4: Ziel-CPA festlegen

Der Ziel-CPA sollte 50-70% deines maximalen CPA sein. Damit hast du einen Sicherheitspuffer:

Ziel-CPA = Max CPA × 0,6

Beispiele nach Geschäftsmodell

E-Commerce (Mode)

  • AOV: 85 €, Marge: 40%, Retouren: 30%
  • Effektiver AOV nach Retouren: 60 €
  • Max CPA = 60 × 0,40 = 24 €
  • Ziel-CPA: 15 €

SaaS

  • MRR: 49 €, Kundendauer: 24 Monate
  • LTV: 1.176 €, Marge: 80%
  • Max CPA = 1.176 × 0,80 × 0,70 = 659 €
  • Ziel-CPA: 400 €

Coaching / Beratung

  • Paketpreis: 3.000 €, Marge: 70%
  • Max CPA = 3.000 × 0,70 = 2.100 €
  • Ziel-CPA: 1.200 € (mit Spielraum für Sales-Prozess)

Lokaler Dienstleister

  • Auftrags: 500 €, Marge: 50%
  • Stammkunden kaufen 3x pro Jahr, bleiben 2 Jahre
  • LTV: 3.000 €
  • Max CPA = 3.000 × 0,50 × 0,70 = 1.050 €
  • Ziel-CPA: 600 €

Die häufigsten Fehler

1. Nur den ersten Kauf betrachten

Der häufigste Fehler. Wenn du einen Abo-Service hast und nur den ersten Monat einrechnest, unterschätzt du massiv, was ein Kunde wert ist.

2. Marge vergessen

ROAS 5 klingt toll — aber wenn deine Marge nur 15% ist, bist du bei Break-Even ROAS 6,7. Du verlierst also Geld.

3. Alle Kosten ignorieren

CPA ist gut für Kampagnen-Optimierung. Aber dein CAC umfasst auch Team, Tools und Overhead. Der echte Max CPA liegt niedriger als du denkst.

4. Keinen Puffer einplanen

Algorithmen schwanken, Saisonalität kommt, Wettbewerb steigt. Plane 30-40% Puffer ein.

Was tun, wenn du den CPA noch nicht kennst?

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  • Ob bezahlte Werbung für dein Budget Sinn macht
  • Welche Kanäle zu deinem Geschäftsmodell passen
  • Welche KPIs du tracken solltest

Fazit

"Was darf mich ein Kunde kosten?" — diese eine Frage trennt strategisches Marketing von blindem Geldausgeben. Berechne deine Zahl, schreibe sie an die Wand, und miss jede Kampagne daran. Plattformen kommen und gehen, Algorithmen ändern sich — aber diese Grundrechnung bleibt für immer.

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